Wissenschaftler haben gerade Zucker im Weltraum gefunden. Keine Süßigkeiten. Die chemische Art. Speziell Erythrulose. Es kommt auf der Erde in Himbeeren und Kiwis vor, hängt aber offenbar auch in einer Gaswolke in der Nähe des Herzens der Milchstraße. 26.000 Lichtjahre entfernt. Es ist das erste Mal, dass jemand ein Zuckermolekül zwischen Sternen schweben sieht.
Der Artikel landete in Nature Astronomy. Jetzt kommt der schwierige Teil.
Wie ist es dorthin gekommen?
Zucker ist lebensnotwendig. Sie speichern Energie. Sie bauen DNA und RNA auf. Sie sind jedoch zerbrechlich. Schwer von Grund auf herzustellen. Ob auf der frühen Erde oder tief in der Leere. Molekülwolken verändern die Gleichung. Izaskun Jiménez-Serra nennt sie riesige Chemiefabriken. Sie arbeitet für den spanischen Nationalen Forschungsrat. Sie leitet die Studie.
Diese Wolken sind nicht nur Staubhaufen. Sie bebrüten Sterne. Und Planeten. Und jetzt offenbar Rezepte.
Die Wolke selbst trägt den Namen G+0.693.0.027. Jiménez-Serra hält es für ein herausragendes Labor. Der Staub übernimmt die schwere Arbeit. Es blockiert ultraviolettes Licht. UV-Strahlen zerreißen Moleküle. Staubkörner schirmen die Chemie ab, die im Dunkeln abläuft. Die Temperaturen sinken. Es bildet sich Eis. Wasser. Kohlendioxid. Komplexe Strukturen beginnen sich zu stapeln.
Zwei große Gerichte in Spanien schauten hinein. Die Yebes 40 Meter und die IRAM 30 Meter. Sie schossen Radiowellen durch die Wolke. Radiowellen dringen direkt durch das Gas hindurch. Einige Moleküle, die in den Stoßwellen alter Supernovae gefangen waren, drehten sich. Wenn sie sich drehten, sendeten sie Radiolicht aus. Jedes Molekül hinterlässt eine Signatur. Ein barcodeartiges Muster im Spektrum.
Nick Indriolo nennt diese Muster Kämme. Die Zähne zeigen Frequenzen. Aber es gibt einen Haken.
„Das Auffinden einzelner Moleküle kann kompliziert werden.“
Es gibt Hunderte anderer Signale, die gleichzeitig schreien. Sie müssen genau wissen, wonach Sie suchen. Auf der Erde. Erste.
Zucker ist schwierig zu messen. Sie sind sirupartig. Sie brennen, bevor man ihre Muster erkennen kann. Forscher haben kürzlich einen Trick herausgefunden. Sie mischten Zucker mit Talkumpuder. Verwandelte es in einen Feststoff. Der Laser hat es verdampft. Habe den Diagnoseausdruck erhalten.
Dann schaute sich Jiménez-Serras Team ihre Daten an. Sie fanden überall Erythrulose. Vier Kohlenstoffatome. Aber sie fanden fast nichts anderes. Kein Zucker mit drei Kohlenstoffatomen.
Das bricht die alte Regel.
Die alte Idee besagte, dass Zucker jeweils um einen Kohlenstoff wächst. Wie Perlen auf einer Schnur. Die neuen Daten sagen nein. In der Mitte trafen zwei kleinere Moleküle aufeinander. Glykolaldehyd. Ethylenglykol. Jeder hatte zwei Kohlenstoffatome. Sie fügten sich zusammen und stellten Erythrulose her.
Das Team ist jetzt auf der Suche nach größeren Zuckern. Testen, wie das Zeug mit UV-Licht umgeht. Denn irgendwann schaltet sich der Stern ein. Und das Licht kommt dorthin.
Ob dieser Zucker überlebt und auf einem Planeten landet? Oder wenn es einfach nur dort schwebt und auf einen Absturz wartet, den wir noch nicht gesehen haben. Niemand weiß es.




















