Sie haben wahrscheinlich ein Wort gehört, das sich brandneu anfühlte. Es passt perfekt zu deinem Satz. Es hat eine bestimmte Stimmung oder einen bestimmten Moment mit präziser Genauigkeit eingefangen. Dann, sechs Monate später, kann man dieses Wort nirgendwo anders finden. Das ist ein Nonce-Wort.
Dabei handelt es sich um Begriffe, die für einen einzigen Anlass erstellt wurden. Sie existieren, um ein Kommunikationsproblem im Moment zu lösen. Sie sind nicht für die Ewigkeit gedacht.
Die Definition ist streng. Ein Nonce-Wort wird scheinbar für einen bestimmten Anlass geprägt und verwendet. Es ist eine sprachliche Schnelllösung.
Das Schicksal erfundener Wörter
Hier ist der Unterschied zwischen einem Nonce-Wort und einem Portmanteau. Oft werden die beiden Begriffe verwechselt, weil es bei beiden um das Erfinden von Begriffen geht.
Ein Kofferwort vereint zwei bestehende Wörter zu einem. „Smog“ ist Rauch und Nebel. „Brunch“ ist Frühstück und Mittagessen. Diese bleiben hängen. Sie betreten das Wörterbuch. Sie werden Teil des allgemeinen Gebrauchs.
Ein Nonce-Wort bewirkt dies nicht. Es bleibt isoliert. Es könnte in einem Buch erscheinen. Es könnte in einer Rede erscheinen. Es wird nie von der breiteren Kultur übernommen.
Lewis Carroll ist dafür berühmt. Sein Gedicht „Jabberwocky“ aus dem Jahr 1871 ist voll davon. Wörter wie „slithy“ oder „mimsy“ klingen echt. Sie fühlen sich im Kontext bedeutungsvoll an. Aber niemand sagt sie heute wirklich. Sie haben im Gedicht ihren Zweck erfüllt. Dann verblassten sie.
James Joyce ging noch weiter. Sein Roman „Finnegans Wake“ aus dem Jahr 1939 ist ein Minenfeld dieser Begriffe. Er erfand eine Sprache, die zum traumhaften Fluss der Erzählung passte. Diese Worte verließen die Seite nicht. Sie blieben im experimentellen Stil von Joyce gefangen.
Warum Autoren temporäre Sprache verwenden
Sie fragen sich vielleicht, warum sich jemand die Mühe macht, Wörter zu erstellen, die niemals wiederverwendet werden. Die Antwort ist Spezifität.
Die Standardsprache weist Lücken auf. Manchmal braucht man ein Wort für ein ganz bestimmtes Gefühl. Sie müssen eine Empfindung beschreiben, die keinen Namen hat. Das Prägen eines Begriffs löst dieses Problem sofort.
Es entsteht eine einzigartige Stimme. Dadurch fühlt sich ein Text frisch an. Es zwingt den Leser, sich anders mit dem Text auseinanderzusetzen.
Aber es gibt einen Preis. Das Wort stirbt mit dem Text. Es bietet keinen dauerhaften Nutzen. Es handelt sich um ein einmaliges Werkzeug.
So erkennen Sie ein Nonce-Wort
Sie können ein Nonce-Wort daran erkennen, dass es keinen Fußabdruck hat. Es erscheint nicht in Standardwörterbüchern. Sie werden es nicht in einem Thesaurus finden. Es wird nicht in anderen Büchern oder Artikeln verwendet.
Wenn Sie ein neues Wort sehen und es sich plausibel anfühlt, überprüfen Sie seine Verwendung.
– Wird es in anderen Zusammenhängen verwendet?
– Verwenden andere Autoren es?
– Ist es in den wichtigsten Lexika aufgeführt?
Wenn die Antwort „Nein“ lautet, handelt es sich wahrscheinlich um ein Nonce-Wort. Es wurde für diesen Moment geschaffen. Es ist nicht Teil der lebendigen Sprache.
Das unterscheidet sich vom Slang. Slang entwickelt sich. Es breitet sich aus. Es verändert die Bedeutung. Es hat ein Eigenleben. Ein Nonce-Wort hat keine. Es ist ein Geist. Es erscheint und verschwindet.
Der Wert sprachlicher Ephemera
Wir tun temporäre Sprache oft als wertlos ab. Das ist ein Fehler. Es zeigt, wie flexibel Englisch sein kann. Es beweist, dass wir sofort Lösungen für komplexe Ideen finden können.















