Die meisten von uns gehen davon aus, dass das Sonnensystem uralt ist. Das ist es wirklich nicht.
Komet 3I/ATlas hat es bei seinem kurzen, brillanten Vorbeiflug im vergangenen Sommer bewiesen. Erst der dritte bekannte Besucher von jenseits unserer Sterne, der die Erde passiert. Die ersten beiden – Oumuamua und Borisov – waren langweilige, dunkle Geister. Dieses hier? Es schrie vor Helligkeit. Das machte einen Unterschied.
Dadurch konnten Astronomen tatsächlich sehen, womit sie es zu tun hatten.
Sie haben nicht nur zugesehen, wie es flog. Sie haben seine Gaswolke zerlegt. Mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte haben Rosemary Dorsey und ihr Team Cyanidmoleküle näher untersucht. Sie haben Isotope gemessen. Insbesondere die unterschiedlichen Verhältnisse von Kohlenstoff und Stickstoff.
Sobald sich ein Komet bildet, ändern sich die Isotope kaum. Sie werden eingesperrt. Wie in Ton gepresste Fingerabdrücke.
Wenn Sie also das richtige Verhältnis finden, sehen Sie die Geschichte.
Die Zahlen kamen seltsam zurück. Ungewöhnlich hoher Stickstoffgehalt. Deutliche Kohlenstoffsignaturen. Nicht das Zeug, das hier hergestellt wird, in der Nähe eines Sterns wie unserer Sonne.
„3I/ATLAS ist wirklich eine aufregende Gelegenheit, ein anderes Planetensystem zu untersuchen, das sich vor der Existenz der Sonne gebildet hat.“ — Rosemary Dorsey
Dieser Komet wurde weit weg geboren. Um einen alten Stern. Eines mit sehr wenigen Schwermetallen. Solche Sterne gab es nur im sehr jungen Universum. Bevor der Weltraum mit schweren Elementen vollgestopft wurde.
Das heißt, der Stein ist alt. Wirklich alt.
Doppelt so alt wie unsere Sonne? Möglicherweise. Über neun Milliarden Jahre. Es handelt sich im Grunde um ein Fossil aus der Zeit, bevor unsere Nachbarschaft existierte.
Warum ist es wichtig? Denn normalerweise können wir nur da draußen hinschauen und raten. Mit interstellaren Besuchern kommt das Fossil zu Ihnen. Man muss nur genau hinsehen, während es vorbeigeht.
Cyrielle Opitom, eine weitere Co-Autorin von der University of Edinburgh, nannte es genau das, was es ist: eine Zeitkapsel. Direkt vor unsere Haustür geliefert.
Aber es geht schon los. Zurück in die Dunkelheit verblassen. Die Daten liegen jetzt auf Festplatten. Genug, um die Astronomen lange zu beschäftigen.
Bis der nächste kommt. Werden wir bereit sein?
