In den Vereinigten Staaten kursiert eine neue Variante des COVID-19-Virus mit dem Namen „Cicada“ (offiziell BA.3.2). Laut einem aktuellen Bericht der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wurde die Variante erstmals im November 2024 in Südafrika identifiziert und in Abwasser und klinischen Proben in 25 Bundesstaaten nachgewiesen. Obwohl es derzeit nur einen kleinen Prozentsatz der Infektionen ausmacht, verdient seine stark mutierte genetische Ausstattung Aufmerksamkeit.
Variantenerkennung und -verbreitung
Das CDC beobachtete die Cicada-Variante erstmals im Juni 2025 in den USA und ging auf einen Reisenden aus den Niederlanden zurück. Seitdem wurde es in verschiedenen Proben gefunden: Nasenabstrichen von Reisenden, Abwässern von Flughäfen und klinischen Proben von Patienten. Mit Stand Februar 2026 wurde die Variante in 23 Ländern weltweit identifiziert.
Genetische Mutationen und Immunität
Die Cicada-Variante zeichnet sich durch 70 bis 75 Mutationen im Spike-Protein aus – dem Teil des Virus, der an menschliche Zellen bindet. Diese erhebliche Mutationsrate ist besorgniserregend, da sie darauf hindeutet, dass die Variante in der Lage sein könnte, die durch frühere Infektionen oder Impfungen aufgebaute Immunität teilweise zu umgehen. Laborstudien bestätigen dies und zeigen, dass die Variante einige Antikörper umgehen kann. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung der Impfstoffwirksamkeit, während sich das Virus weiterentwickelt.
Aktuelle Prävalenz und Auswirkungen
Trotz seiner Mutationen macht Cicada derzeit weniger als 0,2 % der COVID-19-Fälle in den USA zwischen dem 1. Dezember 2025 und dem 11. Februar 2026 aus. Der CDC-Bericht stellt fest, dass es keinen Anstieg der Gesamtfälle verursacht hat. Experten betonen jedoch, dass eine kontinuierliche genomische Überwachung von entscheidender Bedeutung ist, um die Ausbreitung zu verfolgen und das Potenzial einzuschätzen, schwerere Erkrankungen zu verursachen oder Gesundheitssysteme zu überlasten.
Das Auftreten von Cicada unterstreicht die anhaltende Mutations- und Anpassungsfähigkeit des Virus, auch wenn die globale Pandemie in eine neue Phase übergegangen ist. Wachsamkeit durch Überwachung und Forschung bleibt für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Gesundheitsvorsorge von entscheidender Bedeutung.
