Als Reaktion auf die umstrittene Bundesreform wird ein neues Autismus-Gremium gebildet

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WASHINGTON, D.C. – Ein neues unabhängiges Komitee von Autismusforschern und -befürwortern ist in Washington, D.C. zusammengetreten, angesichts wachsender Besorgnis über die jüngsten Änderungen am Interagency Autism Coordinating Committee (IACC) der Bundesregierung. Der Schritt folgt einer umstrittenen Überarbeitung des IACC durch den Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., die die Ernennung von Personen beinhaltete, die entlarvte Theorien vertreten haben, die Impfstoffe mit Autismus und unbewiesenen Therapien in Verbindung bringen.

Zunehmende Bedenken hinsichtlich der wissenschaftlichen Integrität

Das neu gegründete Independent Autism Coordinating Committee (I-ACC) soll die Lücke füllen, die durch die wechselnden Prioritäten des Bundesgremiums entstanden ist. Dies spiegelt einen breiteren Trend wider: Andere medizinische Organisationen haben unabhängig voneinander Impfrichtlinien herausgegeben, nachdem Kennedy auch den Impfbeirat der Centers for Disease Control and Prevention umgestaltet hatte. Experten warnen davor, dass diese Fragmentierung der öffentlichen Gesundheitsberatung das Vertrauen untergräbt und den Fortschritt untergraben könnte.

Craig Snyder, politischer Leiter der Autism Science Foundation, erklärte, dass der Bundesausschuss derzeit unter einem „auffallenden Mangel an wissenschaftlicher Expertise“ leide. Er erklärte, dass es Familien überrepräsentiert, die an den widerlegten Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus glauben, während die Mehrheit der autistischen Menschen, ihre Familien und Befürworter, die evidenzbasierte Wissenschaft unterstützen, an den Rand gedrängt werden.

Eine Verschiebung in der Darstellung und im Fokus

Die Entstehung des I-ACC ist kein Einzelfall. Die Überarbeitung des Bundesausschusses stellt ein umfassenderes Muster der Infragestellung etablierter wissenschaftlicher Konsens dar. Kennedys Regierung hat die CDC-Website geändert, um anzuerkennen, dass „Studien die Möglichkeit nicht ausgeschlossen haben, dass Impfungen bei Säuglingen Autismus verursachen“, obwohl überwältigende Beweise für das Gegenteil vorliegen. Die Food and Drug Administration hat außerdem Warnungen vor gefährlichen, unbewiesenen Autismustherapien wie Chelattherapie und hyperbarer Sauerstofftherapie entfernt.

Diese Veränderungen sind vor dem Hintergrund des historischen Kontexts besonders alarmierend. Das bundesstaatliche IACC wurde 2006 inmitten einer Welle der Impfgegner-Stimmung gegründet, mit dem Ziel, strenge wissenschaftliche Aufmerksamkeit und Finanzierung für die Autismusforschung sicherzustellen. Der frühere Abgeordnete Jim Greenwood, ein Unterstützer des ursprünglichen Gesetzentwurfs, erklärt, dass das Gesetz dazu gedacht sei, „diese schlechten, pseudowissenschaftlichen Verschwörungen außer Kraft zu setzen“, indem es Experten zusammenbringt, die die Wissenschaft wirklich verstehen.

Das Risiko der Spaltung

Das I-ACC plant, unabhängige Überprüfungen der Autismuswissenschaft durchzuführen und Forschungsprioritäten zu empfehlen, um das Leben autistischer Menschen zu verbessern. Mitglieder, darunter der frühere Direktor des National Institute of Mental Health, Joshua Gordon, äußern Befürchtungen, dass der Bundesausschuss evidenzbasierten Ansätzen keine Priorität mehr einräumen wird.

Historisch gesehen förderte die IACC auf Bundesebene die Zusammenarbeit zwischen Forschern, Familien und autistischen Personen. Mittlerweile ist die Vertretung autistischer Menschen zurückgegangen, und in keinem der Ausschüsse sind adäquate Organisationen vertreten, die sich für Autismus einsetzen. Ari Ne’eman, Mitbegründer des Autistic Self Advocacy Network, warnt davor, dass autistische Menschen „bei der politischen Vertretung an Boden verlieren“ und dass derzeit keines der beiden Komitees die Gemeinschaft effektiv vertritt.

Die Entstehung einer parallelen Autismus-Forschungseinrichtung unterstreicht eine wachsende Vertrauenskrise in die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen des Bundes. Die Verschiebung der Prioritäten wirft ernsthafte Fragen über die Zukunft der Autismusforschung, die Finanzierung und letztendlich das Wohlergehen autistischer Menschen auf.

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