Die Wissenschaft hinter leuchtenden Katzenaugen und wie sie moderne Technologie inspiriert

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Das unheimliche Leuchten der Augen einer Katze im Dunkeln ist keine Zauberei – es ist eine bemerkenswerte Anpassung, die Menschen seit Jahrtausenden fasziniert. Jenseits der Folklore führte dieses Naturphänomen zu einer unwahrscheinlichen Erfindung, die auch heute noch Leben rettet: den reflektierenden Straßennägeln, die weltweit in Autobahnen eingebaut sind. Aber die Geschichte ist damit noch nicht zu Ende. Moderne Wissenschaftler untersuchen jetzt Katzenaugen, um Kameratechnologie, Robotik und Überwachungssysteme zu verbessern.

Eine zufällige Erfindung: Von Katzen zu Cateyes®

Im Jahr 1933 wäre der britische Geschäftsmann Percy Shaw beinahe von einer dunklen Straße in Yorkshire abgekommen. Der Retter? Eine Katze, deren Augen ihn anstarrten und ihn auf die Gefahr aufmerksam machten. In diesem Moment entstand eine Idee: Straßen könnten reflektierend gestaltet werden, genau wie Katzenaugen. Innerhalb eines Jahres patentierte er Catseye®-Reflektoren, die mithilfe eingebetteter Noppen die Scheinwerfer auf den Fahrer zurückwerfen und so die Sichtbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen verbessern.

Wie Katzenaugen funktionieren: Das Tapetum Lucidum

Das Geheimnis liegt in einer Schicht hinter der Netzhaut, dem Tapetum lucidum. Dem Menschen fehlt diese reflektierende Oberfläche. Wenn Licht in das Auge einer Katze eindringt, trifft alles, was nicht von der Netzhaut absorbiert wird, auf das Tapetum lucidum und wird zurückgeworfen, sodass die Netzhaut eine zweite Chance hat, es einzufangen. Aus diesem Grund scheinen Katzenaugen zu leuchten, wenn sie beleuchtet werden – Sie sehen, wie das Licht vom Innenspiegel reflektiert wird.

Diese Anpassung erhöht die Lichtempfindlichkeit erheblich und ermöglicht es Katzen (und anderen Tieren wie Kühen, Schafen und sogar Delfinen), auch bei nahezu Dunkelheit zu sehen. Tagsüber aktive Tiere – darunter Menschen, Eichhörnchen und Schweine – haben im Allgemeinen kein Tapetum lucidum, da sie dieses Maß an Nachtsicht nicht benötigen. Interessanterweise haben Hunde diese Schicht oft, aber einigen Rassen mit blauen Augen oder kleineren Größen fehlt sie möglicherweise.

Moderne Anwendungen: Bioinspirierte Technologie

Das Katzenauge hat sich als wertvolle Inspirationsquelle für Spitzentechnologie erwiesen. Dr. Young Min Song, Professor für Elektrotechnik, hat kürzlich eine Kamera entwickelt, die das Tapetum lucidum nachahmt. Durch den Einbau einer reflektierenden Schicht verbesserte die Kamera die Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen erheblich, ohne dass zusätzliche Energie erforderlich war.

Song modellierte auch die Blende der Kamera nach der vertikalen schlitzförmigen Pupille einer Katze. Diese Form dient einem doppelten Zweck: Reduzierung der Blendung bei hellem Licht und Schärfung der Konturen für eine genaue Entfernungsbeurteilung. Tests ergaben, dass dieses Design die Tarnerkennung erheblich verbesserte und das Erkennen versteckter Objekte in komplexen Szenen erleichterte.

„Katzenaugen haben mich schon lange fasziniert, insbesondere ihre Fähigkeit, bei extrem weiten Lichtverhältnissen – vom hellen Tageslicht bis zur nahezu Dunkelheit – klar zu sehen.“ – Dr. Young Min Song

Zukünftige Möglichkeiten

Die Implikationen gehen über die Fotografie hinaus. Song glaubt, dass diese Prinzipien das robotische Sehen, autonome Systeme und Überwachungsgeräte revolutionieren könnten. Ziel ist es, eine Technologie zu schaffen, die bei allen Lichtverhältnissen zuverlässig funktioniert.

Die Road Studs von Percy Shaw haben unzählige Leben gerettet, aber die Zukunft der von Katzen inspirierten Innovation fängt gerade erst an. Wissenschaftler entschlüsseln weiterhin die Geheimnisse des Katzensehens, was möglicherweise zu Durchbrüchen in verschiedenen Bereichen führt. Das bescheidene Katzenauge ist ein Beweis für die Kraft des bioinspirierten Designs und beweist, dass die Natur Lösungen für einige unserer dringendsten technologischen Herausforderungen bereithält.

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