Der einflussreiche Ökonom und ehemalige Harvard-Präsident Larry Summers wird seine Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Universität aufgeben, nachdem seine Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein genauer unter die Lupe genommen wurden. Der Schritt erfolgt, nachdem Harvard im vergangenen November eine interne Überprüfung von Summers und anderen Wissenschaftlern eingeleitet hatte, ausgelöst durch die Veröffentlichung von Dokumenten, die ihre Verbindungen zu Epstein detailliert beschreiben.
Die Ermittlungen und Summers‘ Abreise
Harvard-Sprecher Jason Newton bestätigte, dass der Dekan der Kennedy School, Jeremy Weinstein, Summers‘ Rücktritt als Co-Direktor des Mossavar-Rahmani Center for Business and Government akzeptiert habe. Summers wird außerdem zum Ende des laufenden Schuljahres von seinen verbleibenden akademischen und Lehrtätigkeiten zurücktreten und bleibt bis dahin beurlaubt.
Die Entscheidung folgt auf die Veröffentlichung von E-Mails eines Kongressausschusses im November, die das Ausmaß der Beziehung von Summers zu Epstein offenlegen. Aus diesen Mitteilungen geht hervor, dass Summers in den Jahren 2018–2019 Epstein um Rat bezüglich einer Beziehung mit einer jüngeren Frau gebeten hatte, die als Mentee beschrieben wurde. Epstein starb durch Selbstmord, während er 2019 auf seinen Prozess wegen Sexhandels wartete.
Weitergehende Implikationen und andere Rücktritte
Summers ist kürzlich von seinem Amt im Vorstand von OpenAI zurückgetreten. In einer Erklärung bezeichnete er die Entscheidung als „schwierig“ und äußerte den Wunsch, die Forschung und Kommentierung zu globalen Wirtschaftsfragen fortzusetzen.
Dieser Rücktritt ist Teil eines umfassenderen Musters: Nobelpreisträger Richard Axel gab Anfang dieser Woche seinen Rücktritt vom Mortimer B. Zuckerman Mind Brain Behavior Institute der Columbia University bekannt, auch aufgrund von Verbindungen zu Epstein.
Die Rücktritte von Summers und Axel unterstreichen den wachsenden Druck auf hochrangige Persönlichkeiten, sich von Personen mit glaubwürdigen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens zu distanzieren. Dieser Trend verdeutlicht die zunehmende Prüfung professioneller Netzwerke und die Reputationsrisiken, die mit kontroversen Verbindungen verbunden sind.




















