Die größte Giftschlange der Welt erweitert unbeabsichtigt ihr Verbreitungsgebiet dank des indischen Eisenbahnsystems. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Königskobras der Western Ghats (Ophiophagus kaalinga ) mit Zügen in nicht heimische Gebiete transportiert werden, was für die Art zu Überlebensproblemen führt und neue Fragen darüber aufwirft, wie sich Wildtiere an die moderne Infrastruktur anpassen.
Unerwartete Passagiere
Forscher analysierten zwei Jahrzehnte verifizierter Berichte (2002–2024) in Goa im Südwesten Indiens und dokumentierten 47 Kobra-Begegnungen. Dies ist bemerkenswert, da die Königskobra der Western Ghats nicht in Goa heimisch ist, was bedeutet, dass diese Schlangen auf ungewöhnlichen Wegen in die Region gelangen. Der Anstieg der gemeldeten Vorfälle korreliert mit der zunehmenden Smartphone-Nutzung und der Dokumentation in sozialen Medien, was auf ein bisher zu wenig gemeldetes Phänomen hindeutet.
Wie Schlangen die Eisenbahn nutzen
Das Team vermutet, dass Kobras aus mehreren Gründen von Zügen angezogen werden: Züge bieten Schutz, Zugang zu Beute (wie Nagetieren) und eine warme, sichere Umgebung. Sobald sie an Bord sind, können sie schnell große Entfernungen zurücklegen und so die Eisenbahnen zu „Hochgeschwindigkeitskanälen“ für die Ausbreitung machen. Dies steht in krassem Gegensatz zu Straßen, die oft als Barrieren oder Todesursache für Schlangen dienen.
Das Problem mit neuen Lebensräumen
Auch wenn die Schlangen im bewaldeten Landesinneren von Goa gedeihen, werden die meisten gemeldeten Sichtungen in der Nähe von Bahnhöfen gesichtet, wo die Bedingungen trockener, die Beute knapp und die Überlebensraten geringer sind. Dies deutet darauf hin, dass die Schlangen diese Standorte nicht aktiv auswählen, sondern passiv durch das Schienensystem dort abgelegt werden. Die Studie weist darauf hin, dass Eisenbahnen möglicherweise eine unterschätzte Methode der Wildtierwanderung sind und möglicherweise auch Auswirkungen auf andere gefährdete Arten haben.
„Hier geht es nicht darum, dass Schlangen aktiv nach Zügen suchen; es geht darum, dass Eisenbahnen ihre Fortbewegung unbeabsichtigt erleichtern“, erklärt der Herpetologe Dikansh Parmar, der persönlich Kobras aus Eisenbahnwaggons gerettet hat.
Warum das wichtig ist
Diese Entdeckung verdeutlicht, wie die menschliche Infrastruktur die Verbreitungsmuster von Tieren verändern kann. Das Verständnis dieser Mechanismen ist für Naturschutzbemühungen von entscheidender Bedeutung, da es Forschern ermöglicht, die mit unbeabsichtigten Wildtiertransporten verbundenen Risiken vorherzusehen und zu mindern. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen darüber, wie andere Arten möglicherweise Eisenbahnen und andere Transportnetze nutzen, um neue Lebensräume zu besiedeln.
Das Phänomen zeigt, dass moderne Infrastruktur nicht nur ein menschliches Konstrukt ist; Es handelt sich um eine mächtige ökologische Kraft, die Artenverbände und Überlebensraten dramatisch verändern kann.





















