Markierungen aus der Steinzeit deuten darauf hin, dass die Frühform der Schrift vor 40.000 Jahren entstand

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Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Markierungen, die auf 40.000 Jahre alten Steinzeitartefakten in Deutschland gefunden wurden, einen Vorläufer der Schrift darstellen könnten – zehntausende Jahre älter als die frühesten bekannten Schriftsprachen. Die Entdeckung stellt Annahmen über die Ursprünge der symbolischen Kommunikation in Frage und bietet neue Einblicke in die kognitiven Fähigkeiten der frühen Menschen.

Komplexe Muster in der antiken Kunst

Die Forscher analysierten über 3.000 Markierungen auf 260 Objekten, darunter Elfenbeinfiguren wie eine berühmte Mammutschnitzerei, die in Höhlen in ganz Deutschland ausgegraben wurden. Die in diesen Markierungen beobachteten Muster erwiesen sich als statistisch ebenso komplex wie protocuneiform, ein frühes mesopotamischen Schriftsystem aus der Zeit um 3.500 v. Chr. Das bedeutet, dass die alten Menschen nicht nur kritzelten; Sie kodierten Informationen wahrscheinlich auf strukturierte Weise.

Warum das wichtig ist

Die Entdeckung ist bedeutsam, weil sie den Zeitrahmen für die Entwicklung des symbolischen Denkens und des Führens von Aufzeichnungen verschiebt. Jahrzehntelang herrschte die gängige Meinung vor, dass wahre Schriften mit der Sesshaftigkeit der Landwirtschaft und komplexen Gesellschaften entstanden seien. Diese Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Fähigkeit zur strukturierten Informationsübertragung bereits viel früher in Jäger- und Sammlerkulturen vorhanden war.

Wie die Studie durchgeführt wurde

Um die Markierungen zu analysieren, digitalisierten die Forscher sie und verglichen ihre Vielfalt und Wiederholung mit verschiedenen Zeichensystemen, einschließlich moderner Schrift. Die Ergebnisse waren verblüffend: Die steinzeitlichen Muster spiegelten die Komplexität der frühen Schriften wider.

  • Figurenmarkierungen: Elfenbeinfiguren wie das Mammut zeigten die detailliertesten Markierungen.
  • Symbolische Unterscheidungen: Kreuzartige Markierungen wurden auf menschlichen Darstellungen nicht gefunden, und Punkte fehlten auf Werkzeugen, was auf bewusste symbolische Entscheidungen hindeutet.

Die Grenzen der Interpretation

Während die Muster auf ein System der Kommunikation schließen lassen, bleibt die tatsächliche Bedeutung zu entschlüsseln. Die Steinzeitmenschen hinterließen keinen Rosetta-Stein. Die Forschung liefert jedoch eine neue Methode zur Analyse ähnlicher Markierungen, die anderswo gefunden wurden. Durch die Untersuchung des Kontexts und der Muster können Wissenschaftler weitere Hinweise auf die Entwicklung des menschlichen Denkens finden.

„Die Organisation [der Markierungen] deutet auf die Weitergabe komplexerer Ideen hin“, sagt die Paläoanthropologin Genevieve von Petzinger, die nicht an der Studie beteiligt war.

Letztendlich beleuchtet diese Forschung die tiefen Wurzeln des menschlichen symbolischen Ausdrucks und wirft grundlegende Fragen darüber auf, wann und wie wir begannen, unsere Welt aufzuzeichnen.

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